Richter

Richter (Deutsch)

Substantiv, m

Singular

Plural

Nominativ der Richter

die Richter

Genitiv des Richters

der Richter

Dativ dem Richter

den Richtern

Akkusativ den Richter

die Richter

Worttrennung:

Rich·ter, Plural: Rich·ter

Aussprache:

IPA: [ˈʁɪçtɐ]
Hörbeispiele:  Richter (Info)  Richter (Info)
Reime: -ɪçtɐ

Bedeutungen:

[1] Recht: männliche Person der die Rechtsprechung ausübt oder bei Gericht Recht spricht; Anwendung von Rechtsgrundsätzen mit verbindliche Entscheidungen oder Urteilen
[2] Buch des Alten Testaments

Abkürzungen:

[1] Ri., Rr.

Herkunft:

von mittelhochdeutsch rihter  gmh/rihtære  gmh und althochdeutsch rihtāri  gmh, belegt seit dem 8. Jahrhundert[1][2]

Synonyme:

[1] derjenige, der früher das Richteramt innehatte: fränkischer Graf, Prätor, : heute: Verhandlungsführer, Vorsitzender, vorsitzender Richter, im islamischen Recht: Hakim, Kadi, umgangssprachlich: Kadi, in der Anrede: Euer Ehren, Herr Richter, Herr Vorsitzender, Hohes Gericht

Gegenwörter:

[1] das direkte Gegenüber im Gerichtssaal: Angeklagte, Angeklagter, Beklagte, Beklagter, Kläger, Klägerin
zudem: Anwältin, Anwalt, Staatsanwältin, Staatsanwalt
außerhalb des Gerichtssaals: Henker
im Gegensatz zum irdischen Richter: Gott

Weibliche Wortformen:

[1] Richterin

Oberbegriffe:

[1] Gerichtsperson, Justizperson, Jurist
[2] Altes Testament

Unterbegriffe:

[1] Amtsrichter, Arbeitsrichter, Außerstreitrichter, Bereitschaftsrichter, Bundesrichter, Berufsrichter, Berufungsrichter, Bezirksrichter, Dorfrichter, Einzelrichter, Erbrichter, Ergänzungsrichter, Fachrichter, Familienrichter, Haftrichter, Handelsrichter, Höchstrichter, Jugendrichter, Kesselrichter, Laienrichter, Landesrichter, Landrichter, NS-Richter, Oberrichter, Patentrichter, Schnellrichter, Strafrichter, UN-Richter, Untersuchungsrichter, Verfassungsrichter, Verkehrsrichter, Verwaltungsrichter, Wechselrichter, Weltenrichter, Zivilrichter
[1] in Sport und Wettkampf: Kampfrichter, Linienrichter, Preisrichter, Ringrichter, Schiedsrichter, Torrichter, Zielrichter

Beispiele:

[1] Und will endlich ein Richter oder ein andrer Beamte von den Wenigen, welchen das Recht und das gemeine Wohl lieber ist, als ihr Bauch und der Mammon, ein Volksrat und kein Volksschinder sein, so wird er von den obersten Räten des Fürsten selber geschunden. (Nach: Georg Büchner, Der Hessische Landbote, z.n. Projekt Gutenberg)
[1] Der gute Richter zog den Prozeß im größten Maßstab auf, und vier Tage gelang es ihm, in der denkbar wirkungsvollsten Weise die Einheit von Szene und Tribunal herzustellen. (Erich Mühsam, Unpolitische Erinnerungen, Der gute Richter, z.n. Projekt Gutenberg)
[1] „Der Richter rauchte und trank seinen Cognac.“[3]

Redewendungen:

lieber Schlichter als Richter; lieber Schlichter denn Richter -
sich dem irdischen Richter entziehen -
sich zum Richter über jemanden aufwerfen -
sich zum Richter über etwas aufwerfen -
wir werden keinen Richter brauchen -
wo kein Kläger, da kein Richter, wo kein Kläger, auch kein Richter, wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter -
In eigener Sache kann niemand Richter sein. In eigner Sache kann niemand Richter sein. - alter Rechtsspruch

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] ein ehrenamtlicher, gerechter, gnädiger, milder, weiser Richter; Richter am Landgericht, beim Bundesverfassungsgericht sein; der Richter spricht das Urteil / jemanden frei; der Richter verurteilte ihn zu … Jahren; einen Richter als befangen ablehnen; jemanden vor den Richter bringen / schleppen; vor dem Richter stehen; jemanden zum Richter bestellen; Richter "Gnadenlos" (Bezeichnung für den ehemaligen Hamburger Innensenator Ronald Schill); Der Richter und sein Henker (Romantitel von Friedrich Dürrenmatt); in der Bibel: das Buch (der) Richter; Richter Israel

Wortbildungen:

[1] höchstrichterlich
[1] Richteramt, Richteranklage, (Deutsches) Richtergesetz, Richtergremium, Richterkollegium, richterlich, Richterrecht, Richterschaft, Richterschelte, Richterspruch, Richterstuhl, Richterrecht, Richterrobe, Richterschaft, Richterstand, Richterzimmer, Richterwahl

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Richter
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Richter
[1] canoo.net „Richter
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonRichter
[1, 2] Duden online „Richter
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Richter

Quellen:

  1. Duden online „Richter
  2. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Richter“, Seite 764.
  3. Edgar Hilsenrath: Der Nazi & der Friseur. Roman. 15. Auflage. dtv, München 2017, ISBN 978-3-423-13441-5, Seite 437. Zuerst 1977 erschienen.

Substantiv, m, f, Nachname

Singular m Singular f Plural 1 Plural 2
Nominativ der Richter
(Richter)
die Richter
(Richter)
die Richters die Richter
Genitiv des Richter
des Richters
Richters
der Richter
(Richter)
der Richters der Richter
Dativ dem Richter
(Richter)
der Richter
(Richter)
den Richters den Richter
Akkusativ den Richter
(Richter)
die Richter
(Richter)
die Richters die Richter
siehe auch: Grammatik der deutschen Namen

Anmerkung:

Der mündliche, umgangssprachliche Gebrauch des Artikels bei Nachnamen ist nicht einheitlich. Norddeutsch gebraucht man tendenziell keinen Artikel, mitteldeutsch ist der Gebrauch uneinheitlich, in süddeutschen, österreichischen und schweizerischen Idiomen wird der Artikel tendenziell gebraucht.
Für den Fall des Artikelgebrauches gilt: der „Richter“ – für männliche Einzelpersonen, die „Richter“ im Singular – für weibliche Einzelpersonen; ein und/oder eine „Richter“ für einen und/oder eine Angehörige aus der Familie „Richter“ und/oder der Gruppe der Namenträger. Die im Plural gilt für die Familie und/oder alle Namenträger gleichen Namens. Der schriftliche, standardsprachliche Gebrauch bei Nachnamen ist prinzipiell ohne Artikel.

Worttrennung:

Rich·ter, Plural 1: Rich·ters

Aussprache:

IPA: [ˈʁɪçtɐ]
Hörbeispiele:  Richter (Info)
Reime: -ɪçtɐ

Bedeutungen:

[1] deutschsprachiger Familienname, Nachname

Herkunft:

Amtsname zu mittelhochdeutsch rihter  gmh, rihtære  gmh im Sinne von Ordner, Oberherr, Richter. Früher bezeichnete man mit Richter auch den Orts- und Gemeindevorsteher. Aus diesem Grunde ist der Name sehr verbreitet und nimmt zurzeit die 14. Stelle in Deutschland ein. Der erste Namensträger ist 1388 im sächsischen Vogtland bezeugt.[1]

Namensvarianten:

[1] Richtering, Richters, Rychter

Bekannte Namensträger: (Links führen zu Wikipedia)

[1] Beatrice Richter, Gerhard Richter und weitere

Beispiele:

[1] Gestern waren Herr und Frau Richter bei uns.
[1] Beate Richter habe ich schon lange nicht mehr im Fernsehen gesehen.
[1] Frau Richter ist ein Genie im Verkauf.
[1] Herr Richter wollte uns kein Interview geben.
[1] Die Richters fahren heute ins Elsterland.
[1] Der Richter trägt nie die Schals, die die Richter ihm strickt.
[1] Das kann ich dir aber sagen: „Wenn die Frau Richter kommt, geht der Herr Richter.“
[1] Richter kommt und geht.
[1] Richters kamen, sahen und siegten.

Wortbildungen:

Bauerrichter, Baurichter, Bourichter, Burichter, Burrichter, Hafenrichter, Halbrichter, Hoferichter, Hoffrichter, Hofmarksrichter, Hofrichter, Holtrichter, Holzrichter, Jungrichter, Landrichter

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Richter (Name)
[1] Rosa Kohlheim, Volker Kohlheim: Duden, Lexikon der Familiennamen. Herkunft und Bedeutung von 20000 Nachnamen. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2008, ISBN 978-3-411-73111-4, Seite 496.
[1] „Richter“ bei Geogen Onlinedienst
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonRichter
[1] Verein für Computergenealogie: MetasucheRichter
[1] „Richter“ bei Geogen Onlinedienst (V. 4.0) - (Namen bitte eintragen)
[1] „Richter“ bei forebears.io
[1] „Richter“ bei verwandt.de (dort mit Links zu schweizerischen und polnischen Verteilungs-Karten)
[1] Namensverteilung in Österreich (Namen bitte eintragen)
[1] „Richter“ bei whitepages.com (englisch)
[1] siehe auch: Verzeichnis:Deutsch/Namen/die häufigsten Nachnamen Deutschlands
[1] siehe auch: Verzeichnis:Deutsch/Namen/die häufigsten Nachnamen Österreichs

Quellen:

  1. Rosa Kohlheim, Volker Kohlheim: Duden, Lexikon der Familiennamen. Herkunft und Bedeutung von 20000 Nachnamen. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2008, ISBN 978-3-411-73111-4, Seite 496.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Dichter, Lichter, Sichter, Schlichter, Riecher
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